Johannes Roscelin von Compiègne

Johannes Roscelin
Johannes Roscelin

Johannes Roscelin von Compiègne wurde um das Jahr 1050 in Compiègne geboren und war ein Philosoph und Theologe. Er war außerdem der Lehrer des bedeutenden Philosophen Peter Abaelard und ein Vertreter des extremen Nominalismus.

Über das Leben von Roscelin ist relativ wenig überliefert. In seiner Jugend studierte er wahrscheinlich in den Städten Soissons und Reims. Später war er ein Domkanoniker in Tours und Besancon. Nachdem er eine Doktrin verfasst hatte, wegen der man ihn beschuldigte die Dreieinigkeit Gottes zu leugnen, musste er sich 1092 auf einer Synode verantworten. Ob eine Verurteilung erfolgte ist unklar, jedenfalls floh er nach England. Auf der Insel gab es allerdings auch einige Konflikte um ihn; u.a. kam es zu Disputen mit Anselm von Canterbury.

 

Im Jahr 1095 war er zurück in Frankreich und setzte dort seine philosophische Lehre fort. Peter Abaelard wurde zu seinem Schüler. Später allerdings wandte sich Abaelard gegen seinen Lehrer und verlangte von den Geistlichen in Paris gegen diesen "Feind des katholischen Glaubens", wie er Roscelin nannte, vorzugehen.

Im Jahr 1098 überarbeitete Roscelin seine sogenannte Trinitätslehre und legte sie Papst Urban II. vor, der nichts daran auszusetzen fand. Aus der Folgezeit ist nichts über das Leben Roscelins bekannt. Er starb um das Jahr 1124.

Wahrscheinlich war Roscelin ein Vertreter des extremen Nominalismus, wonach lediglich Gegenstände die mit den Sinnen wahrgenommen werden können, existieren. Demzufolge tat er die Dreieinigkeit, also die Wesenseinheit von Gott, Vater und Sohn, als Unsinn ab, was im Widerspruch zur christlichen Lehre stand. Daher musste er sich 1092 auf der Synode in Soissons verantworten.

Geburtsort: Compiègne
Geburts- & Sterbedatum: ca. 1050 - 1124

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