Bonaventura

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Bonaventura

Bonaventura wurde 1221 in Bagnoregio bei Viterbo geboren und war einer der wichtigsten Philosophen und Theologen der Scholastik, Leiter des Franziskanerordens und Kardinal von Albano. 1482 wurde er heilig gesprochen und 1588 zum Kirchenlehrer erklärt.

Nach einem Studium der "sieben freien Künste" mit Schwerpunkt auf Sprache in Paris trat Johannes Fidanza, so Bonaventuras ursprünglicher Name, um das Jahr 1243 herum in den Franziskanerorden ein und nahm den Namen Bonaventura an. Dort studierte er Theologie, hielt anschließend Vorlesungen über die Bibel in Paris und lehrte dann auch Theologie. Mehrere bedeutende Werke von ihm entstanden während dieser Zeit, u.a. Kommentare zum Lukasevangelium und das "Breviloquium", eine kurze theologische Einführung.

Im Jahr 1257 wurde Bonaventura Generalminister des Franziskanerordens und brach seine akademische Laufbahn ab. Kurze Zeit später entstand sein mystisches Hauptwerk "Itinerarium mentis in Deum" (Reisebericht des Geistes zu Gott) und 1263 verfasste er eine umfangreiche Biographie über Franz von Assisi. Im sogenannten Armutsstreit versöhnte er die Spirituales (Anhänger strengster Armut) und die Conventuales (Befürworter einer bequemeren Einstellung). Von 1257 bis 1266 unternahm er außerdem zahlreiche Pastoralreisen durch Frankreich und Italien, nach Sitte der Franziskaner zu Fuß. In den Folgejahren publizierte er zahlreiche weitere Werke, u.a. über die Zehn Gebote und die Gaben des Heiligen Geistes.

Inzwischen war Bonaventura zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten der Christenheit geworden. Er galt als aussichtsreicher Papstanwärter, schlug aber selbst den späteren Gregor X. als Papst vor. Dieser ernannte ihn 1273 zum Kardinalbischof von Albano. Außerdem wurde er zum Leiter des zweiten Konzils von Lyon berufen, wo es um die Unionsverhandlungen mit der griechischen Kirche ging. Während dieses Konzils starb Bonaventura unerwartet nach kurzer und schwerer Krankheit. Er hinterließ zahlreiche wichtige Schriften für die Philosophie und Theologie. Papst Leo XIII. nannte ihn den "Fürst unter allen Mystikern". Grundlage seines Denkens war die unanzweifelbare Wahrheit der Existenz Gottes.

Geburtsort: Bagnoregio bei Viterbo
Geburts- & Sterbedatum: 1221 - 15. Juli 1274

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